Dolce Vita in Bella Italia
Ciao ragazzi! Dieses Mal erspare ich meine Malhörs (gleich zu Beginn habe ich mich heftig in die Nesseln gesetzt!) und wir springen direkt zu den dolcis.
Wir wandern nicht weit von zu Hause durchs Binntal und schon ist das ambiente mediterrano perfetto: über den Albrunpass geht es zu unseren vicini nach Italien. Unglaublich schön der Anblick von Alpe Devero schon von oben… und vor Ort: che carino - wie hübsch!
“Ciao, Salvé, Buongiorno…” oft mehrfach wiederholt oder alles nacheinander. Fazit: Ich fühle mich sofort willkommen und ein wenig wie unter Gleichgesinnten. Denn hier wird frei Schnauze geschnattert, erklärt und gelacht, als hätte man sich ganz bestimmt nicht das erste und letzte Mal im Leben gesehen. Hier kann man die Schweizer Bünzlimanieren gerade an den Wanderstock heichu, denn es wird parlart und gestikuliert mit Händen und Füssen - und mit ganz viel Herz.
In diesem kleinen hübschen Ort auf Rasen leben nicht nur die Menschen im Paradies - auch die Hunde haben einen Herrenlebtag. Sie legen sich hin, laufen den Touris mit Hundeblick nach um einen Schlecker vom frisch gemachten Joghurtgelati zu ergattern… und legen sich wieder hin. Bis das nächste Schleckmaul aus der caseifico alpino (Alpkäserei) schlurft. So läuft das! Sogar der Hirte, welcher kurz “eh bastardo” zu seiner Schafherde ruft, tut dies in einer so liebevollen Art, dass seine chiccas di pecore (Schafe) ihm dies nicht übel zu nehmen scheinen.
Und dann ist es auch schon ein erstes Mal Zeit für ein Aperitivo. An nichts fehlt es uns und das Plättli lässt mich erahnen, welches festa zum Znacht wartet. Primi piatti, secondi piatti, dolci mit Auswahl und ein selbstgebrauter Genepi mit zuccherino al cannella als Absch(l)uss - es ist der Himmel auf Erden!
Als es dann die nächsten Tage so weitergeht, erhasche ich mir eine schüche Vorstellung davon, was man mit dem Schlaraffenland so meint: Berggipfel und kristallklare Seen, hüpfende Bäche, freudige Menschen und friedliche Hunde, torta al cioccolato zum Frühstück und die Sonne im Gesicht - was willt meh?!
Vier Tage war ich auf Wolke 7 bei den Biancini - sie haben uns nach Strich und Faden, oder besser gesagt nach Pasta und Pesto, verwöhnt und beeindruckt. Auch die Wanderzeiten scheinen uns lieblicher als die Juflispriessenangaben in gewissen Schweizer Alpinclubforen. Es lässt sich super wandern in bella Italia - ich komme wieder, so viel steht fest.
Bis dann grazie mille und è stato fantastico!