cool down
Spoiler vorneweg: Heute wird’s nicht lüpfig und lustig! Es ist eine ernste Angelegenheit, die mir das Oberstübchen zerlesen hat.
Diesen Sommer geht es nicht nur wettermässig hitzig zu und her in der (Berg-)Welt. Während einige Älpler bereits ihr Saisonende einläuten mussten aus Wassermangel und Angst vor Futterengpässen, so traben (nicht nur) die Touristen noch immer leichtfüssig und -sinnig in Scharen an. Sie stopfen sich mit dem 70m(5mm Durchmesser)-Gletscherseil in die Gondel und auch der ein oder andere alpine Club war am Stechschritt über den Carparkplatz pronto zu erkennen.
“Was überlegt man/frau/es sich bei solchen Unternehmungen? Einmal grob auf Durchzug geschalten im eigenen Dachstock (=Hirn) und dann gimu di Buzi?! Oder tut sich sowas für die Klicks? Aus Torschlusspanik, weil nach gewaltigem Dornröschenschlaf zu erkennen ist, dass diese Gletscherbergwelt (wegen unserem Impact) leidet und enden wird? Es erschliessen sich mir kaum vernünftige Gründe, warum Leute aktuell auf den Gletscherspalten rumtrampeln.”
So ratterte MeinRad. Ich hatte einen stabilen Kreislauf geschaffen aus Grübeln, Fluchen, Verurteilen und uber d anru wättru. Und so viel sei gesagt: Eine stabile Negativspirale ist etwas vom miesesten, worauf man sich im Leben verlassen sollte.
Und deshalb brauchte es schleunigscht auch von mir - die Wende! Mal gröber über die eigenen Regiebücher und mit anderen Akteuren ins Handeln kommen. Denn: Gemeinsam sind nicht-pfannenfertige Lösungen für nie-dagewesene Probleme zu finden. Und dies geschieht herrgottnochmal (à propos fluchen) nicht durch Verharren in der eigenen Position und wettern über die der anderen.
Also Hü - was kann ich selber tun? Ich kann den (Berg-)Bauern meine Hilfe anbieten (diese anzunehmen ist erfahrungsgemäss deren eigene Challenge). Ich kann meine Ferien zu Hause verbringen - zu Fuss, mit ÖV, auf dem eigenen Balkon und in der Hängematte. Auch mal mit etwas weniger (duschen, Auto und Pflanzen giessen) auskommen. Zfridu sii mit dem wa mu hed. Und so habe ich das versucht. So viel ist klar: Ich hatte immer wieder auch mit Versuchungen zu liebäugeln.
Und vellie geits genau da drum: Sich und die eigenen Handlungen und Müster-schön mal schüch unter die Lupe nehmen, die hiesigen Privilegien nicht als gesetzt verstehen, miteinander reden und ab und zu versuchen, ein paar Schritte in den Schuhen der anderen zu gehen.
One step at a time - have a good hike!