180°- und d wält steit chopf.
Wer heutzutage in den Bergen unterwegs ist, kann sich auf einiges an Gädschets und Technik verlassen. Haben die neusten Modelle nebst Sonnenaufgangsfunktion und Körperfettmesser noch jenste Einstellungen zur Selbstoptimierung. Kein Wunder, hat manch eine/r schon beim Tragen das Gefühl, ein unglaublicher Grigg am Berg zu sein.
Doch was, wenn dieser Sportuhr der Pfus ausgeht (und beim Ego somit auch Flaute herrscht, weil Strava-Rekorde nun unbekannt bleiben)? Dann, ja dann wird es Zeit für die altbewährten Methoden der Navigation. Kompass und Karte heissen die guten Kollegen, welche im Ernstfall den Tag und noch so vieles mehr retten können.
Wenn man dann weiss, wie sie zu bedienen sind. Und das wusste ich… bis es nicht mehr anders ging - gar nid! Allein der Anblick dieses schwarzen Trücs löste in mir bis vor einigen Monaten Widerstand und Stirnrunzeln aus. Als es dann nicht mehr zu vermeiden war, so musste es natürlich hoppla Schorsch gehen mit der Einführung.
Peilen wir doch direkt die Hauptattraktion an; dem Kompass! Der hat so einiges im Kasten. Nur schon wie man sich nach Norden ausrichtet entzog sich meiner Vorstellungskraft. Norden ist da wo das Bietschhorn ist, mehr konnte ich zum Thema bislang nicht plagieren. Aber das sollte sich eben ändern - denn es kann ja auch vorkommen, dass man nördlich vom Bietschhorn steht und dieses plötzlich im Süden ist. Oder gar nicht zu sehen - so weit, so klar.
Ja auf jeden Fall gibt es gar ein Schargon für den Richtungsanzeiger. So kann man damit peilen, einparken, rückwärts einkreuzen… was wofür gebraucht wird - das erspare ich hier. Ich schaffte es tuschur ein Gnusch zu machen und am Ziel vorbeizuschiessen - eh messen. Was mir die Hirnareale Schachmatt setzte, ist der 180°-Fehler. Da kann man/frau sich noch so dermassen Mühe geben beim Rumhantieren, wer im Eifer des Gefechts vergisst, zu kontrollieren ob der Kompass grundsätzlich nördlich ausgerichtet ist, dem steht plötzlich die ganze Rechnerei im Handstand und man läuft, zielt, orientiert sich prompt in die genau gegengesetzte Richtung. Meistens natürlich ohne, dass er/sie dies bei den ersten 100 Metern peilt.
So ein Kompass ist ein unglaublich supriges Ding und man sollte ihn sich wirklich zum guten Kollegen machen - auch wenn es das ein oder andere graue Haar oder Fältchen hin zu nehmen gilt. Inzwischen sind wir Bestbuddies und ich schiele gerne auch nur ab und zu kurz auf den Pfeil um zu sehen, wo ich mich so befinde und bewege. Kaum zu glauben aber es macht fast schon Spass die umliegenden Berge mit Kompass und Karte ganz oldschool zu bestimmen.
(Falls du dir diesen Ko-llegen auch zulegen oder ihn besser verstehen möchtest, kann ich das mit der Erklärung on Tour versuchen. Denn schliesslich kann ich mich bestens an die Situation von “Bahnhof und Schranken im Kopf” erinnern und bin selber in die Näpfchen dü Fett mehrfach geträmpelet… inzwischen weiss ich aber auch wieder raus.)